Ratgeber Hüft-OP

Schmerzfrei und beweglich – die Optionen im Überblick!

Wenn die Hüfte schmerzt

Hüftarthrose, auch Coxarthrose genannt, betrifft Millionen Men­schen in Deutsch­land. Obwohl der Verlauf sehr unter­schied­lich sein kann, beein­trächtigt sie bei vielen Betroffenen die Lebens­qualität erheblich. Ein künst­liches Hüft­ge­lenk kann in über 90 Pro­zent der Fälle die Schmerzen deut­lich lindern und die Beweg­lichkeit verbessern.

Ursachen und Folgen

Bei einer Hüftarthrose nutzt sich die Knorpel­schicht im Hüft­gelenk allmählich ab. Dadurch reibt Knochen auf Knochen, was Schmer­zen ver­ur­sacht. Zusätz­lich können Knochen­aus­wüchse ent­stehen, um den Druck im geschä­digten Gelenk besser zu ver­teilen. Diese soge­nannten Knochen­spangen können die Beweg­lichkeit des Gelenks beein­trächtigen.

Ursachen und Folgen

Die Beschwer­den entwickeln sich meist langsam: Zunächst treten Schmer­zen nur bei Be­last­ung auf, später auch in Ruhe. Mit zu­nehmen­der Bewegungs­ein­schränkung werden selbst einfache Tätig­keiten wie Schuhe anziehen zur Heraus­forderung.

Wann eine Hüft-OP notwendig ist

Eine Hüft-Total-Endo­pro­these (Hüft-TEP) wird dann erwogen, wenn die Schmer­zen den Alltag beein­trächtigen und konser­vative Thera­pien wie Bewegungs­übungen oder Schmerz­medi­ka­mente nicht mehr helfen. Die Ent­schei­dung für die Operation basiert auf dem Aus­maß der Be­schwer­den, der körper­lichen Unter­suchung durch Ärztin oder Arzt sowie aussage­kräftigen Röntgen­befunden.

So läuft eine Hüft-OP ab

Für die OP gibt es zwei Zugangswege zur Hüfte: Der minimal­invasive Zugang von vorn schont die Muskeln und er­möglicht eine schnellere Erholung, ist aber nicht für alle geeignet. Der klassische seitliche Zugang erfordert das Durch­trennen von Muskeln und ist seit Langem bewährt. Die Wahl trifft die Ärztin oder der Arzt individuell.

So läuft eine Hüft-OP ab

Bei beiden Eingriffen werden Hüftkopf und Ober­schenkel­hals entfernt, die ver­schlis­sene Hüft­pfanne aus­ge­fräst und eine künst­liche Gelenk­pfanne ein­ge­setzt. Danach formt die Chirur­gin oder der Chi­rurg im Mark des Ober­schenkel­knochens einen Hohl­raum, in den der Schaft der Hüft­pro­these fixiert wird. Meist ist kein Ze­ment nötig, da der Schaft pass­genau im vor­be­reiteten Hohl­raum sitzt und die Ober­fläche das An­wachsen des Knochens an die Pro­these unter­stützt. Sollte eine zement­freie Fixierung nicht mög­lich sein – zum Bei­spiel bei älteren Patient­innen und Patienten – erfolgt die Be­festi­gung mit Knochen­zement.

So läuft eine Hüft-OP ab

Auf diesen Schaft wird der neue künstliche Hüft­kopf auf­ge­setzt und die Hüfte wieder in die neue Gelenk­pfanne ein­ge­renkt. Sitzt das neue Gelenk stabil und ist es aus­reichend beweg­lich, wird die Wunde wieder ver­schlossen. In der Regel dauert diese Hüft-OP etwa 60-90 Minuten.

Nach der OP

Nach der OP bleiben Patien­tinnen oder Patienten bis zu zehn Tage im Kranken­haus. Die Wund­heilung dauert etwa 10 Tage. Das um­lie­gende Gewebe und die Muskeln benötigen jedoch bis zu 3 Monate zur voll­ständigen Regene­ration. In dieser Zeit besteht ein er­höhtes Risiko, dass das Gelenk auskugelt.

Nach der OP

Spätestens 2 Wochen nach der Ent­lassung beginnt eine 3-wöchige Anschluss­heil­be­handlung (Reha). Nach etwa 6 Wochen können die meisten wieder ohne Geh­hilfe gehen und – nach Ab­sprache mit dem ärzt­lichen Personal – Aktivi­täten wie Walken, Rad­fahren oder Schwim­men aufnehmen.

Die richtige Klinik

Deutschland­weit führen über 1.000 Kliniken Hüft-OPs durch, doch die Qualität variiert stark. Das Wissen­schaft­liche Institut der AOK (WIdO) hat gemein­sam mit Ärzt­innen und Ärzten ein Ver­fahren ent­wickelt, das die Qualität der Opera­tionen bewertet. Es heißt QSR (Qualitäts­sicherung mit Routine­daten) und hilft bei der Kranken­haus­wahl.

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Veröffentlicht am 04.04.2025
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