Ratgeber Übergewicht

Gesund und günstig einkaufen im Supermarkt.

Übergewicht: ein Volksleiden mit Folgen

Übergewicht und starkes Übergewicht (Adipositas) sind in Deutschland weit verbreitet: Über die Hälfte der Bevölkerung (53 Prozent) ist betroffen. Adipositas bei Erwachsenen hat sich seit den 1970er-Jahren fast verdreifacht. Das verursacht vielfach individuelles Leid. Hinzu kommt: Die gesamt­gesell­schaft­lichen Kosten belaufen sich auf jährlich rund 63 Milliarden Euro.

Gegensteuern kann man vor allem durch die richtige Ernährung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie gesund einkaufen und Fallen umgehen.

Einkauf planen, Hungerfalle vermeiden

Gehen Sie niemals hungrig oder durstig einkaufen, denn das verleitet zu ungesunden Spontan­käufen. Planen Sie Ihren Einkauf stattdessen im Voraus und erstellen Sie eine detaillierte Liste.

Nehmen Sie sich zudem ausreichend Zeit, um im Supermarkt Produkte und Preise zu vergleichen, damit Sie nicht vorschnell zum erstbesten oder auffällig platzierten Produkt greifen.

Die Tricks der Supermärkte

Supermärkte nutzen gezielte Strategien, um den Umsatz zu steigern. Achten Sie auf diese drei häufigen Tricks:

1. Große Einkaufswagen:
Sie vermitteln das Gefühl, mehr kaufen zu müssen, und verleiten so zu größeren Einkäufen. Wenn Sie keinen Groß­einkauf planen, ver­suchen Sie es mit einem Handkorb.

2. Gezielte Produktanordnung:
Gesundes Obst und Gemüse am Eingang schaffen ein gutes Gewissen, wodurch ungesündere Produkte später leichter im Wagen landen.

3. Appetitanregende Düfte:
Der Geruch von süßen Back­waren regt den Appetit an und verführt zu Spontan­käufen.

Lange Wege, teure Stopper

Supermärkte platzieren beliebte Produkte wie Milch und Butter oft am hinteren Ende, um Kunden zu längeren Wegen durch die Gänge zu zwingen und sie so zu Spontankäufen zu verleiten.

Zusätzlich blockieren Aktionsständer mit vermeintlichen Schnäp­pchen häufig die Gänge. Diese „Stopper-Produkte“ sollen Kunden zum Stehen­bleiben und Kaufen verführen. Da sie meist abseits von Kon­kurrenz­produkten stehen, wird ein Preis­vergleich erschwert.

Zudem handelt es sich hier oftmals um Genuss­mittel wie Süß­waren oder Snacks. Die beste Strate­gie dagegen ist, keine im Haus zu haben.

Augenhöhe = teuer

Die teuersten Produkte stehen in Super­märkten fast immer auf Augen­höhe, damit sie leicht zu greifen sind. Die sogenannte Bück- und Streck­ware in den unteren und oberen Regalen ist in der Regel preis­werter als die Produkte auf Augen­höhe.

Zudem sollte man be­achten, dass die günstigeren Produkte oft links stehen, da die meisten Kundinnen und Kunden mit der rechten Hand nach Waren greifen.

Zuckerfalle Müsli und Joghurt­er­zeug­nisse

Müsli und Joghurt gelten als gesund. Trotz Be­zeich­nun­gen wie „fit“, „light“ oder „vital“ ent­halten diese Pro­dukte aber oft ver­steckten Zucker. So können in 125 g Frucht­joghurt schnell mehr als fünf Zucker­würfel stecken – ebenso in 50 g Müsli.

Achten Sie daher genau auf die Zutatenliste, denn Zucker verbirgt sich hinter vielen Namen wie Saccharose, Glukose oder Fruktose. Eine einfache Regel: Endet eine Zutat auf „-sirup“ oder „-ose“, handelt es sich um Zucker.

Der Gesamt­zucker­gehalt findet sich in der Nähr­wert­tabelle. Bei einem Joghurt ist die WHO-Em­pfehl­ung unter 10 g Zucker pro 100 g, bei Müsli unter 15 g Zucker pro 100 g.

Süße Verführung

Auch Kinder spielen eine wichtige Rolle bei der Produkt­platzierung. Mini-Einkaufs­wagen und auf Augen­höhe von Kindern platzierte Produkte wie Süßigkeiten, Pudding oder Früh­stücks­flocken in bunten Ver­packungen verleiten die Kleinen dazu, diese in ihren Wagen zu legen. Wer kann, kauft ohne Kinder ein oder erledigt den Einkauf online.

Zuckerbomben in Getränken

Ein großer Teil des Zuckers wird in Deutsch­land über gesüßte Getränke konsumiert. Ein Glas Cola (250 ml) enthält beispiels­weise fast 27 g Zucker, was etwa neun Stück Würfel­zucker entspricht.

Auch Energy­drinks, Softdrinks und Frucht­säfte können Zucker­bomben sein. Weltweit gehen Millionen Fälle von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrank­ungen auf den Konsum gesüßter Getränke zurück.

Zucker­getränke liefern viele Kalorien, ohne dabei satt zu machen. Sie sollten möglichst ganz vermieden werden.

Clever einkaufen

Trotz vieler Fallen ist gesundes Ein­kaufen im Super­markt möglich. Achten Sie auf Folgendes:

Siegel kritisch überprüfen: Viele sind für eine gesunde Ernährung oder die Prävention von Übergewicht zweitrangig und können verwirren.

Gesundheits­ver­sprechen hinter­fragen: Mit Vitaminen oder Mineralien ange­reicherte Lebens­mittel sind nicht auto­matisch gesünder.

Unverarbeitetes bevorzugen: Hochverarbeitete Lebens­mittel haben oft viele Kalorien bei geringem Nährwert.

Energiedichte und Nutri-Score

Achten Sie beim Kauf verarbeiteter Produkte auf den Verarbeitungs­grad und die Energiedichte. Lebens­mittel mit weniger als 150 kcal pro 100 g (wie Obst, Gemüse, mageres Fleisch und fettarme Milch­produkte) haben eine niedrige Energie­dichte, was bei der Gewichts­regulierung helfen kann.

Ein hilfreicher Indikator ist der Nutri-Score. Er zeigt die Nähr­wert­zusammen­setzung von Lebens­mitteln an und hilft, inner­halb einer Produkt­kategorie die gesündere Wahl zu treffen. Leider ist er freiwillig und nicht auf jeder Verpackung zu finden.

Kassenbereich: die letzte Versuchung

Die Kasse stellt die letzte Hürde für einen gesunden Einkauf dar. In der so­ge­nan­nten „Quengel­zone“ sind Süß­waren und Snacks bewusst in Griff­höhe platziert, um während der Warte­zeit zu Spontan­käufen anzuregen.

Besonders für Kinder ist dieser Bereich ver­lo­ckend, da sie nach dem Einkauf oft müde und quengelig sind und die begehrten Süßig­keiten entdecken. Achten Sie deshalb auf Familien­kassen ohne Süßig­keiten, die in manchen Super­märkten angeboten werden.

Zusammenfassung Tipps

Gesunde Ernährung ist ein ent­schei­dender Aspekt, um Gewicht zu reduzieren. Hier finden Sie weitere Informationen zu den Gefahren von Über­gewicht und Adipositas sowie zu Maßnahmen, die Sie ergreifen können.

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Veröffentlicht am 28.08.2025
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