02. Ja. Nein. Ich meine Jein.

Wie die Unverbindlichkeit eines Ministers für Unsicherheiten und Irritationen in einer ganzen Region sorgen.

Sturmtief im Campingparadies

Nach der Übergabe der Sand-, Strand- und Dünen­flächen an die Stiftung für Umwelt- und Natur­schutz fühlte sich die Betreiber­gesell­schaft Regen­bogen weiterhin als Partner des Landes. Die Detail­ent­wicklung des Gesamt­konzeptes lief auf Hoch­touren. Nach­haltige Bau­techniken und deren Kosten für Materialien und Dienst­leistungen wurden recherchiert, besonders hoch geförderte Investitionen in Prerow getätigt.
Neue Töne: Im September 2022 erreichte die Be­trei­berin-AG ein Schrei­ben aus dem Umwelt­minis­terium. Darin sprach Dr. Backhaus über­raschend deutlich von den neuen, rechts­kräftigen Eigen­tums­ver­hältnissen. Und davon, dass er beab­sichtige, die ge­samte Camping-Fläche in einem Wett­bewerbs­verfahren aus­schreiben zu lassen. Und zwar auf der Basis des von der Regen­bogen AG er­ar­bei­te­ten Gesamt­konzeptes. Nur dass dieses Konzept jetzt angeblich von ihm und dem ehe­maligen Wirtschafts­minister ent­wickelt wurde.
Zusätzlich wies er auf die vertrag­lich fest­ge­legten Flächen­aufgaben hin. In der Ver­gangen­heit waren diese an Verein­barungen im Rahmen des Gesamt­konzeptes ge­bun­den. Etwas, was jetzt schein­bar nicht mehr galt. Haupt­sache Areal I wird zum Ende des Jahres rena­turiert und Areal G um 50% reduziert. Die Regen­bogen AG war mehr als irritiert.
Die AG bat um einen Termin bei der neuen Eigen­tümerin: der Stiftung. In der Abstim­mung zum Termin kam Er­leich­terung auf. Tenor Björn Schwake, Vor­sitzen­der der Stif­tung und lang­jähriger, partner­schaft­licher Vertrauter der AG: In kleiner Runde kon­krete Rahmen­be­dingungen definieren für eine lang­fristige Zusammen­arbeit mit Stiftung und National­park in Form eines Pacht­vertrages. Dieser Termin fand am 28. September 2022 statt.
Anwesend war neben Herrn Schwake auch ein Ab­tei­lungs­leiter im Minis­terium. Er infor­mierte darüber, dass der Minister weiterhin plane, für die Camping­platz­flächen einen Teil­nahme­wett­bewerb durch­zu­führen. Sowohl in dem Termin, als auch später schrift­lich, setzte sich dieser für eine Teil­nahme der Regen­bogen AG an diesem Ver­fahren ein.

Vertreibung aus dem Paradies

Im selben Termin versuchten die Betreiber nochmals die Kündi­gungen der Dauer­cam­pen­den aus Areal I zu verhindern. Ver­einbarte Flächen­aufgaben waren schließ­lich im Gesamt­konzept immer an Investi­tionen gebunden. Doch das Land bestand auf Räumung des Areal I bis Ende des Jahres. Für die weitere Nutzung des Areal G zahlte Regen­bogen eine Kompen­sation. Dafür wurde der Pacht­vertrag für die Sand-, Strand- und Dünen­flächen um ein Jahr verlängert.
Mit den Kündigungen der Dauer­cam­pen­den kam das Interesse der Medien. Neben den Dauer­cam­pen­den äußerten die Gemeinden ihre Unzu­friedenheit über das Vor­gehen. Zumeist in der Kritik: Die Pächterin des Platzes. Regen­bogen hätte viel früher infor­mieren sollen. Dass hier Stif­tung und Land auf die Flächen­aufgabe bestanden, wurde wenig sachlich berichtet.
Im November versendete Regen­bogen das konkreti­sierte Gesamt­konzept "Prerow 2k2x" inklusive eines opti­mierten Flächen­nutzungs­plans an alle Beteiligten der Landes­regierung. Das dazu­ge­hörigen An­schreiben der Be­trei­berin fasste die Ge­samt­situation auf 3 Seiten zusammen.
Mitte Dezember schrieb Björn Schwake, der Vorstands­vorsitzenden der Stiftung. Er sicherte zu, zeitnah eine Lösung zu finden und gemein­sam in die Um­setzung des Leucht­turm­projektes zu gehen.
Wenige Tage später bedankte sich Umwelt­minister Dr. Back­haus für das Gesamt­konzept „Prerow 2k2x“. Er infor­mierte den AG-Vor­stand, dass er angeregt hatte, die Flächen aus­schreiben zu lassen, jetzt aber zu Anfang Januar einlud, um „…eine Basis für den Ab­schluss neuer einheit­licher Verträge mit langer Laufzeit erreichen zu können.“ Das Schreiben endete mit einem hand­schrift­lichen Gruß an die Familie.
Am 10. Januar machte der Umwelt­minister nochmals klar, dass das Land nun Eigen­tümer sei. Des­wegen müsse er nun ein Wett­be­werbs-Ver­fahren ein­leiten, damit nie­mand behaupten könne, die Regen­bogen AG hätte einfach so einen Pacht­vertrag be­kommen. Soweit nichts Neues. Doch: Die bisherigen Verein­barungen galten nicht mehr und das Ergebnis jahrelanger Zu­sam­men­arbeit sollte im Ver­fahren auf einmal anderen Wett­be­werbern zu­gäng­lich ge­macht werden. Bereits hier wies die AG darauf hin, dass dieses Vor­gehen für Rechts­streitig­keiten sorgen könnte.
Regenbogen blieb im Un­klaren. Was ist mit den ge­trof­fenen Ver­ein­barungen? Ja? Nein? Die Hin­weise auf mög­liche Rechts­streitig­keiten wurden vom Land schein­bar nicht ernst ge­nom­men. Hin­weise, die das Folgende hätten verhindern können.
⮕ Scrollen Sie hier weiter, um zu erfahren, wie eine zweifelhafte Ausschreibung das Chaos vollständig macht.
Share
Veröffentlicht am 25.09.2026
Credits

Fotos: Regenbogen AG; Google Maps; Wikipedia; SPD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern (Facebook);
Grafik und Animation: Jan Schwochow, Scrollytelling GmbH
Produktion: Scrollytelling GmbH

Kontakt
Regenbogen AG
Regenbogen AG
Pahlblöken 3
24232 Schönkirchen