Die Verschwörung

War Dianas Tod wirklich ein Unfall? Oder doch Mord? Und wenn ja, wer steckte dahinter? Das Königshaus? Der britische Geheimdienst? Vor allem der Vater des ebenfalls getöteten Liebhabers schürte die Gerüchte. Eine Untersuchungskommission wurde eingesetzt. Dies sind die Ergebnisse.

Ein plötzlicher Unfall ohne Zeugen oder Kameraaufnahmen: Kann das wirklich Zufall sein? Der Tod von Diana und Dodi Al-Fayed lässt jede Menge Raum für Spekulationen.

Die große Mehrheit der Briten glaubt an eine Verschwörung.

Mohamed Al-Fayed, Dodis Vater, ist einer der lautesten Ankläger und befeuert die Verschwörungstheorien. Er erhebt nach dem tödlichen Autounfall immer wieder schwere Anschuldigungen gegen das Britische Königshaus.

Er behauptet, dass der Tod ein von den Windsors in Auftrag gegebener Mord gewesen sei.

Weil die Spekulationen um den Tod der beiden nicht abebben wollen, startet die Londoner Polizeibehörde 2004 eine erneute Untersuchung. Sie soll den Vorwürfen auf den Grund gehen.

Der Codename der Untersuchung lautet: »Operation Paget«. 2006 wird sie abgeschlossen und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der finale Bericht hat 832 Seiten. Forensiker, Ärzte, Polizisten, Hotelangestellte, Freunde des Paares, die Familien der Opfer – sie alle kommen darin zu Wort.

Er umfasst 16 Kapitel. Fünf von ihnen behandeln genau die Fragen, die sich viele bis heute noch stellen.

Wollte sich das Paar verloben?

Dodis Vater behauptet, dass Diana und sein Sohn kurz vor einer Verlobung standen.

Sie sollen bei dem Pariser Juwelier »Repossi« einen Ring ausgesucht und abgeholt haben, um am 1. September 1997 ihre Verlobung offiziell bekannt zu geben.

War Diana schwanger?
Außerdem gibt Mohamed Al-Fayed an, das Paar hätte ihn darüber informiert, dass Diana von Dodi ein Kind erwartete. Die Sicherheitsdienste des Britischen Königshauses sollen durch die Überwachung der Telefone davon erfahren und daraufhin einen Mordanschlag geplant haben, um die Verlobung zu verhindern.

Die Untersuchungskommission findet aber keine Zeugen oder Hinweise, die bestätigen, dass Dodi und Diana sich bald verloben wollten. Blutuntersuchungen beweisen, dass die Prinzessin nicht schwanger war.

Waren die Paparazzi schuld?
Im dritten Kapitel wird die Rolle der Paparazzi untersucht: Haben die dazu beigetragen, dass Diana und Dodi ermordet werden konnten? Haben die Geheimdienste das Chaos für einen Anschlag ausgenutzt?

Alle involvierten Fotografen werden mehrfach befragt, einige werden tagelang inhaftiert. Allerdings kann keinem von ihnen eine Beteiligung am Tode des Paares unterstellt werden.

Auch die Vorwürfe, dass Paparazzi anderen ermöglichten, einen Plan zur Ermordung Dianas und Dodi Al-Fayeds umzusetzen, können nicht erhärtet werden.

War der Todesfahrer ein Agent?
Mohamed Al-Fayed war der Überzeugung, Henri Paul, der Securitychef des Hotel Ritz und Fahrer des Wagens, sei ein Agent des MI6 gewesen.

Er soll angeblich für die Sicherheitsdienste des Vereinigten Königreichs gearbeitet haben und maßgeblich an der Ausführung des Mordanschlags beteiligt gewesen sein.

Außerdem behauptet Dodis Vater, dass bewusst falsche Informationen über Henri Pauls Alkoholwert verbreitet wurden, um die wahre Ursache des Unfalls zu vertuschen.

Es handle sich bei dem Blut nicht um das des Sicherheitschefs, sondern sei von »Security Services« absichtlich mit dem eines anderen Menschen ausgetauscht worden.

Laut Bericht war Henri Paul kein bezahlter Informant des MI6. In allen Blutproben wird erneut ein Alkoholwert von etwa 1,8 Promille festgestellt. Außerdem ergeben die Analysen, dass der Fahrer die Medikamente Fluoxetin, Norfluoxetin und Tiaprid genommen hat. Die DNA-Tests dreier französischer Experten beweisen, dass es sich bei der Blutprobe eindeutig um die von Henri Paul gehandelt hat.

Warum gab es keine Bilder von Überwachungskameras?
Auf der Strecke, die der Unfallwagen vom Ritz bis zum Alma-Tunnel absolviert, gibt es mehrere Kameras. Und trotzdem gibt es nicht ein Bild von Dianas letzter Fahrt. Genau das sehen viele als einen Beweis für eine Verschwörung und geplante Ermordung Dianas.

Das Untersuchungsteam konnte zehn Überwachungskameras identifizieren. Keine davon hat Bilder aufgenommen, die für die Untersuchung relevant sind. Der Grund: Es handelte sich um private Sicherheitskameras, die die Eigentümer der Häuser auf die Eingänge der Gebäude gerichtet hatten.

Tatsächlich existiert jedoch eine Verkehrsüberwachungs-Kamera über der Alma-Unterführung. Die zuständige Abteilung der Verkehrspolizei hatte allerdings um 23 Uhr Feierabend – und zeichnete daher keine Bilder mehr auf.

Wer saß im Auto, das in den Unfall verwickelt war?
Mohamed Al-Fayed behauptet, dass der französische Fotograf James Andanson für die Sicherheitsdienste des Vereinigten Königreichs arbeitete. Dieser soll angeblich den weißen Fiat Uno gefahren sein, der mit dem Mercedes zusammenstieß.

James Andanson besitzt zum Zeitpunkt des Unfalls tatsächlich einen weißen Fiat Uno. Es gibt keine Beweise dafür, dass sich das Auto oder sein Besitzer in der Nacht vom 30. auf den 31. August 1997 in Paris befanden. Auch lassen sich keine Hinweise darauf finden, dass James Andanson für Sicherheitsdienste arbeitete. Es ist bis heute nicht gelungen, das Fahrzeug oder seinen Fahrer zu identifizieren.

Im Mai 2000 findet die französische Polizei Andansons Leiche in einem ausgebrannten BMW in einem Wald in Südfrankreich. Dodis Vater behauptet daraufhin, der Fotograf sei ermordet worden, um zu verhindern, dass er die Wahrheit über den Tod von Lady Di erzählt. Die französischen Behörden kommen zu dem Schluss, dass es sich um einen Suizid handelt.

Zwei Jahre haben verschiedene Behörden unabhängig voneinander die Todesnacht untersucht. Keine Mordtheorie kann auch nur ansatzweise erhärtet werden. Was viele Menschen nicht glauben können: Am Ende war es eine Verkettung vieler tragischer Umstände, die zum Tode der Prinzessin und ihres Liebhabers führten.

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Veröffentlicht am 31.08.2022
Credits

Grafik und Animation: Jina Bae
Text: Elisabeth Borchardt, Nele Justus
Research: Elisabeth Borchardt, Nele Justus

Quellen
  1. 01FOTOS: GETTY IMAGEShttps://www.gettyiamges.de
  2. 02The Operation Paget Inquiry Report,2006https://downloads.bbc.co.uk/news/nol/shared/bsp/hi/pdfs/14_12_06_diana_report.pdf
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