Einigkeit über Klimaschutz, Lücke bei der Umsetzung

Erste globale Studie zu nachhaltiger Logistik zeigt Konsens und Hindernisse

Hamburg, 5. Oktober 2026: Logistikanbieter und Kunden sind sich weitgehend einig, welche Maßnahmen Emissionen senken. Das zeigt die erste Global Sustainable Logistics Survey (GSLS) der Kühne Logistics University und des Kuehne Climate Center.

Befragt wurden 1.085 Logistikfachleute aus 64 Ländern. Die GSLS ist die erste globale Längsschnittstudie zu nachhaltiger Logistik und schafft einen Referenzpunkt für die UN-Dekade für nachhaltigen Transport (2026–2035). Weitere Ausgaben folgen jährlich.

Dass manche Lösungen kaum verbreitet sind, liegt nicht an Uneinigkeit: Anbieter und Kunden bewerten 21 Maßnahmen nahezu identisch. Entscheidend ist die Umsetzbarkeit. Zurück bleiben Lösungen, die öffentliche Investitionen und Koordination erfordern.

Dazu zählen emissionsarme Kraftstoffe, Flottenelektrifizierung, Verlagerung auf Schiene und Wasserstraße sowie CO2-Bepreisung. Die Studie warnt: Infrastruktur wie Ladenetze, Terminals und Schienenwege könnte zum Engpass des Jahrzehnts werden.

Auch Kompetenzen fehlen, je nach Region unterschiedlich. In Lateinamerika, Subsahara-Afrika und Teilen Asiens sehen bis zu 60 % einen Mangel bei Emissionsberechnung und Reporting. In Westeuropa gilt Systems Thinking als knapp (43 %).

83 % der Befragten erwarten, dass der Klimawandel einen grundlegenden Umbau der Logistiksysteme erfordert. Nur 45 % halten die aktuellen Anpassungsmaßnahmen mittelfristig für ausreichend. Extreme Hitze gilt überall als dringlichstes Risiko.

Als wirksamste Resilienzmaßnahmen nennen die Befragten klimaresiliente Infrastruktur, Risikobewertung mit Szenarioplanung und digitale Überwachung. Der Report enthält zehn Empfehlungen für die Politik und zwölf für die Praxis.

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Veröffentlicht am 13.10.2026
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