Sind Milchalternativen besser für die Umwelt?

Massentierhaltung, industrielle Landwirtschaft: Die konventionelle Milchwirtschaft gilt als Klimakiller. Aber sind die Alternativen wirklich besser? 

In der Diskussion um den Klimawandel dominieren die Treib­haus­gase. Die Her­stel­lung von einem Liter Kuh­milch verursacht so viel, wie ein Stadt­pendler täglich im Auto an CO2 verursacht.

Eine Tasse (250ml) Kuhmilch stößt im globalen Durchschnitt 787g Kohlendioxid aus.

Die Kuhmilch verursacht damit in etwa dreimal so viel Treib­haus­gase wie alle ihre Alternativen.

Bei der Ökobilanz zählt auch die Land­nutzung. Aber auch da ist die Kuhmilch Schlusslicht. Warum? Grundsätzlich haben tierische Lebens­mittel immer einen höheren Landverbrauch, weil nicht nur das Futter angebaut, sondern auch die Tiere gehalten werden müssen.

Das gilt nur für die Milch aus Massen­tierhaltung. Eine Kuh, deren Mist zum Düngen verwendet wird und die auf einer Wiese weidet, kann durchaus etwas zur Verbesserung des Klimas tun: Während sie über die Weiden wandert, fördert sie den Humusaufbau – und der bindet Kohlen­stoff. Es kommt also darauf an, was für eine Milch ihr kauft.

Da haben ganz klar Mandel- und Reisdrinks die Nase vorn: Und liegen deutlich vor der Kuhmilch.

Wenn es euch um die Umwelt geht, dann greift ihr am besten zu Hafer­milch. Die belastet die Umwelt am wenigsten. Außerdem stammt der Hafer oft aus heimischem Anbau, was die Trans­port­wege reduziert. Weiteres Plus: Weil das Getreide ziemlich wider­stands­fähig ist, wird auf den Feldern weniger gespritzt.

Damit könnte man 703 Mal acht Minuten lang duschen.

Außerdem wird dafür eine Fläche Land in der Größe von 652 Quadratmetern genutzt – das ist in etwa so groß wie zwei Tennisplätze.

Für das tägliche Glas Milch werden aufs Jahr gerechnet 229 Kilo Treibhausgase ausgestoßen – mit einem Auto könntet ihr damit 941 Kilo­metern fahren, also etwa von Flensburg bis nach München.

Wenn man von Kuhmilch auf Hafermilch wechselt, die ökologischste Alternative, dann könnte man täglich bis zu 0,64 Kilo­gramm CO₂ einsparen. Das sind drei Prozent gemessen an dem, was wir täglich an CO₂ verbrauchen.

Wenn wir jeden Tag einen Kaffee mit Hafer­milch trinken, ist das klima­schädlicher als ein Glas Kuh­milch. Denn Kaffee hat über den gesamten Pro­duk­ti­ons­zyklus eine deutlich schlechtere Kli­ma­bi­lanz. Mist.

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Veröffentlicht am 30.11.2022
Credits

Creative Direction: Jan Schwochow
Grafik und Animation: Jina Bae
Text & Research: Nele Justus

Quellen
  1. 01Dairy vs. plant-based milkhttps://ourworldindata.org/environmental-impact-milks
  2. 02Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschlandhttps://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Reinhardt-Gaertner-Wagner-2020-Oekologische-Fußabdruecke-von-Lebensmitteln-und-Gerichten-in-Deutschland-ifeu-2020.pdf
  3. 03Zur Ökobilanz von Pflanzenmilchhttps://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/oekobilanz-pflanzenmilch
  4. 04Climate change food calculator: What's your diet's carbon footprint?https://www.bbc.com/news/science-environment-46459714
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