Fünf Erkenntnisse aus der Praxis: So geht New Work wirklich.
Was soll der ganze Hype?
New Work stellt den Arbeitnehmer in den Mittelpunkt und bringt damit neue Erwartungen an den Arbeitsplatz und den Arbeitgeber. Es handelt sich um einen strukturellen Wandel in der Arbeitswelt, der durch Globalisierung, Digitalisierung und künstliche Intelligenz beeinflusst wird.
Als die Pandemie ausbrach, mussten die Arbeitnehmer und Unternehmen von einem Tag auf den anderen ihre Arbeitsweisen neu definieren. Gesundheit und Wohlbefinden rückten stärker in den Vordergrund – und die Bedeutung sozialer Kontakte wurde deutlich.
Das Revolutionäre an New Work
Dabei ist New Work gar nichts Neues. Bereits Anfang der 1970er Jahre prägte der österreichisch-amerikanische Philosoph Frithjof Bergmann den Begriff.
Er entwickelte die Idee als Reaktion auf die Automatisierung in der Automobilindustrie in den USA. Sein Gedanke dazu: Arbeit soll uns ermöglichen, uns frei zu entfalten und uns zu verwirklichen.
Obwohl sich das Konzept im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat, geht es immer wieder auf Bergmanns Idee zurück: New Work sei das, was die Mitarbeiter »wirklich, wirklich wollen«.
Im Mittelpunkt des New- Work-Konzepts steht die Zufriedenheit der Beschäftigten. Das Gefühl, dass das, was sie tun, einem größeren Zweck dient. Sie wollen wertgeschätzt werden.
Andernfalls droht eine «Great Resignation» wie im vergangenen Jahr in Amerika, als eine Rekordzahl von Arbeitnehmern ihren Job kündigte.
Die Bewegung breitete sich teilweise auf Europa aus: Laut dem Gallop Engagement Index Deutschland suchten noch nie so viele Deutsche einen neuen Job wie im Jahr 2021.
New Work braucht New Leadership
Vorbei sind die Zeiten, in denen Jobtitel und starre Hierarchien die Position eines Mitarbeiters in der Nahrungskette bestimmten. Sie übernehmen mehr Verantwortung und werden stärker in den Entscheidungsprozess eingebunden.
Daher muss sich auch die Führung ändern, um Schritt halten zu können. In dieser neuen Arbeitswelt sind Führungskräfte eher Coaches, die das Team ermutigen. Das bedeutet, Feedback zu geben, den Mitarbeitern zuzuhören und eine positive Atmosphäre zu schaffen.
Blending statt Balance
Die Trennung zwischen Privat- und Berufsleben wird durch die zunehmende Digitalisierung immer schwieriger. Da wir immer flexibler arbeiten wollen, passt Work-Life-Blending besser, denn es geht darum, beides erfolgreich miteinander zu verbinden, so dass ein fließender Übergang entsteht.
Dazu gehören eine schnelle Antwort auf eine E-Mail nach der Arbeit oder ein Zoom-Meeting im Urlaub. Aber auch die Möglichkeit, schnell die Kinder abzuholen oder eine Stunde im Fitnessstudio zu verbringen, bevor man sich wieder an den Computer setzt. Dieser Ansatz bietet mehr Flexibilität und Selbstbestimmung, was den Bausteinen von New Work entspricht.
Vertrauenskultur als Schlüssel zum Erfolg
Vertrauen ist keine Einbahnstraße. Vielmehr entsteht es durch Transparenz und offene Kommunikation zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Das Ergebnis: Produktivität und Engagement am Arbeitsplatz.
Co-Working: Der dritte Arbeitsort
Co-Working Spaces haben in den letzten zwei Jahren an Bedeutung gewonnen. Und es sieht so aus, als würde dieser Trend anhalten. Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Co-Working Spaces bis 2024 im Vergleich zu 2020 mehr als verdoppelt haben.
Vor der Pandemie zogen Co-Working Spaces vor allem Unternehmer und Start-ups an. Heute sind sie auch bei Hybrid- und Remote-Arbeitern sowie bei Unternehmen, die ihre Büroflächen reduzieren wollen, beliebt.
Co-Working ist das Codewort für Gemeinschaft, Vernetzung und Wissensaustausch. Die Mitarbeiter können, wenn sie wollen, soziale Kontakte mit anderen Menschen knüpfen oder einen Kaffee trinken. Nicht allein, sondern gemeinsam.
Und die Flexibilität, die sich so viele als Teil ihrer Arbeitsbedingungen wünschen, passt perfekt zu dem, was Co-Working Spaces bieten.
Macht ihr das, was ihr »wirklich, wirklich wollt«? Wenn nicht, dann denkt darüber nach! Das ist zumindest der Kern der New-Work-Bewegung.
Creative Direction: Jan Schwochow
Grafik und Animation: Jina Bae
Text & Research: Tanna Nankivell