Die eine verträgt mehr, der andere weniger. Aber wovon hängt es ab, wie hoch der Alkoholwert in unserem Blut ist? Und wann sollten wir das Auto auf jeden Fall stehen lassen?
Der Promillegehalt im Blut hängt von Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht ab. So hat beispielsweise eine kleine und leichte Person meist einen höheren Promillewert als eine große, schwere – auch wenn beide die gleiche Menge getrunken haben. Aufregung, Müdigkeit oder ein leerer Magen verstärken die Wirkung außerdem. Grundsätzlich wird die Alkoholkonzentration ungefähr nach folgender Formel berechnet:
Wie viel Alkohol steckt in Bier, Wein, Cocktail, Whiskey und Schnaps?
Einen Wert von 0,5 Promille erreichen Frauen und Männer durchschnittlich dann, wenn sie diese Menge Alkohol trinken:
Wein, Bier und Schnaps beeinflussen Botenstoffe, die dafür zuständig sind, Informationen zwischen Nervenzellen im Gehirn zu übermitteln. Alkohol wirkt sich hemmend oder dämpfend auf die Informationsübertragung aus. Wahrnehmung und Reaktionsvermögen verlangsamen sich. Die Koordination wird gestört. Aber noch mal Schritt für Schritt:
Was genau passiert bei wie viel Promille?
Bei 0,1 Promille werden wir in der Regel selbstbewusster und kontaktfreudiger. Schon jetzt können wir Entfernungen nicht mehr richtig einschätzen. Ein Beispiel: Max (1,80 m, 80 kg, 35 Jahre) überschreitet 0,1 Promille mit nur einem Alster. Anna (1,65 m, 60 kg, 35 Jahre) hat bereits nach einem halben Alster etwa 0,1 Promille.
0,3 Promille
Schon bei 0,3 Promille sind wir weniger aufmerksam und reagieren langsamer. Außerdem sind wir risikobereiter und können nicht mehr richtig scharf sehen. Wann man diese 0,3 Promille erreicht, ist unterschiedlich: Für eine Frau wie Anna wäre das etwa nach einer Flasche Bier (0,33 l) der Fall. Max hat nach der gleichen Menge erst 0,2 Promille. Wenn man mit 0,3 Promille als Autofahrer den Verkehr gefährdet, gilt das übrigens als Straftat. Auch Radfahrern, die andere gefährden, droht eine Strafe.
0,5 Promille
Bei 0,5 ist das Hör- und Sehvermögen eingeschränkt und Geschwindigkeiten lassen sich nicht mehr richtig einschätzen. Dafür steigt die Reizbarkeit. In der Regel ist dieser Wert für eine Frau wie Anna spätestens nach einem Glas Wein oder einem halben Liter Bier erreicht. Max kann höchstens 750 ml Bier oder 300 ml Wein trinken. Autofahren ist jetzt verboten, gilt aber nur als Ordnungswidrigkeit, solange niemand gefährdet wird oder der Fahrer keine Ausfallerscheinungen zeigt. Das Gleiche gilt übrigens für E-Scooter, Motorroller, Motorräder und LKW.
0,8 Promille
Schon bei 0,8 Promille ist das Blickfeld zu einem Viertel eingeschränkt, die Reaktionsfähigkeit um bis zu 50 Prozent verzögert. Max kann knapp drei Flaschen Bier (1 l) oder einen halben Liter Wein trinken, um auf 0,8 Promille zu kommen. Anna hat den Wert bereits nach etwa 300 ml Wein oder 750 ml Bier erreicht.
1,0 bis 2,0 Promille
Zwischen 1,0 und 2,0 Promille klappt das räumliche Sehen fast gar nicht mehr. Jemand, der so viel getrunken hat, ist verwirrt. Gleichgewichtssinn, Orientierung, Reaktion und Sprache sind gestört. Anna hat nach etwa 1,5 Litern Bier oder 650 ml Wein 1,5 Promille erreicht. Max nach einem Liter Wein oder fünf Flaschen Bier und fünf Schnäpsen. Radfahren ist ab 1,6 Promille übrigens verboten.
2,0 bis 3,0 Promille
In diesem Stadium reagieren Betrunkene kaum noch, die Muskeln erschlaffen, manche erbrechen sich, andere schlafen ein. Max hat nach 3 Litern Bier oder 1,5 Litern Wein mehr als 2 Promille. Anna nach einem Liter Wein oder zwei Litern Bier. Ab 3,0 Promille kann es lebensgefährlich werden.
So lange dauert der Abbau
Ein geringer Teil des Alkohols wird ausgeatmet und über Haut und Nieren ausgeschieden. Der Abbau beginnt schon in der Schleimhaut des Magens. Mehr als 90 Prozent erledigt die Leber. Bei Frauen sind das durchschnittlich um 0,13 Promille, bei Männern um 0,15 Promille pro Stunde. Bis 0,5 Promille abgebaut sind, dauert es also etwa drei bis vier Stunden.
Helfen Kaffee, Schlaf und Wasser?
Wirklich beschleunigen kann man das Ganze leider nicht. Der Körper baut Alkohol immer mit derselben Geschwindigkeit ab. Auch wenn manche auf schwarzen Kaffee, ein Nickerchen, den Spaziergang oder eine kalte Dusche schwören, geht es dabei mehr ums Gefühl. Sicher ist aber: Wasser zu trinken schadet nicht!
Creative Direction: Jan Schwochow
Grafik und Animation: Jina Bae
Text & Research: Tina Epking