Ein Fest des Fußballs

Sportgeschichte in Lichterfelde: Erstmals wurde eine Partie der Frauen-Regionalliga live im TV übertragen. Und die Zuschauer:innen kamen auf ihre Kosten. In einem packenden Duell bezwang Viktoria Berlin Türkiyemspor mit 2:1.

So, 15.11.22 • 14:00
REGIONALLIGA NORDOST

Es war das Fußballspiel des Jahres: Der Tabellenerste Viktoria Berlin traf am 10. Spiel­tag der Regionalliga Nordost auf den Tabellenzweiten Türkiyemspor Berlin, einen, der traditionsreichsten großen Vereine. Im Vor­hinein freuten sich die Fans auf eine spannende Partie zwischen zwei Mann­schaften, die sich lediglich durch ihr Torverhältnis unterschieden.

Vor vollem Haus wurde am Sonntag im Stadion Lichterfelde Sporthistorie geschrieben!

Der Sender SPORT 1 über­trug zum ersten Mal in der deutschen Fußballgeschichte ein Frauen­regio­nal­liga­spiel live im Fernsehen. Ein Durch­bruch für den Frauenfußball?

Auch einige prominente Gäste befanden sich unter den mehr als 1700 Zu­schau­er:innen. Eine von ihnen: die ehemalige Welt­klasse­schwimmerin und Viktoria Berlin Investorin und Aufsichtsrätin Franziska van Almsick, die zur Unterstützung extra aus Hei­del­berg angereist kam: »Wenn das hier der Anfang ist und das wirklich ein Wochenendevent wird, dann bin ich auf alle Fälle in der nächsten Zeit öfter in Berlin, als sich das vielleicht meine Familie so wünscht.«

Unter Aufsicht von Trainer Alejandro Prieto wird sich bei strahlendem Sonnenschein fokussiert auf das Spiel vorbereitet.

Alejandro Prieto formiert seine Mannschaft im 4-2-3-1 und setzt damit auf ein schnelles Umschaltspiel innerhalb der Mannschaft. Uns erwartet ein offensiv ausgerichtetes Spiel, zumindest auf Seiten Viktoria Berlins. Von Anfang an dabei ist auch die ehemalige U-National­spielerin Nina Ehegötz. Spielen tut sie erst seit Kurzem für Viktoria Berlin.

Vor voller Tribüne und unter lauten Fangesängen laufen die Mannschaften aufs Spielfeld. Angeführt werden sie vom sehr erfahrenen Schieds­richter­innentrio Jacque­line Lünser, Maja Wallstein und Katharina Kruse.

Beide Teams geben von Beginn an Vollgas und spielen mutig nach vorne. So lassen die ersten großen Chancen nicht lange auf sich warten: In der siebten Minute fällt durch Neuzugang Nina Ehegötze das erste Tor: Abseits! Schade!

TOR 1:0 • KATJA FRIEDL

In der 29. Minute ist es aber endlich so weit! Katja Friedl kommt am 16er frei zum Schuss und platziert den Ball flach ins linke Eck von Türkiyemspor. Die verdiente frühe Führung für die etwas spielstärkere Viktoria Berlin!

Immer wieder Aluminium. Sowohl bei Viktoria Berlin als auch Türkiyemspor ist es zweimal ganz schön knapp. Doch am Ende lacht nur die Latte. Insgesamt kommt der letzte Pass auf beiden Seiten häufig nicht an und somit werden in der ersten Halbzeit viele Großchancen verschenkt.

HALBZEIT

Während sich das Team in der Halbzeitpause geschlossen in der Kabine vergräbt, ist die Stimmung unter den Fans ausgelassen und harmonisch. Viele Familien verbringen ihren Sonntag im Stadion Lichterfelde. Ausgestattet mit den bunten Viktoria Schals, Trommel und Megafon sorgen sie für eine Menge Stimmung. Selbst im Fernsehen hört man die Gesänge.

In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit fehlt es beiden Teams an Genauigkeit und Tempo. Es wird eine Zitterpartie. Erst durch einen Wechsel in der 68. Minute (Behrend für Künzel) kommt wieder mehr Dynamik auf. Die großen Momente des Spiels liegen in der Luft.

TOR 2:0 • MARLIES SÄNGER

Die Maßnahmen zeigen Wirkung: Viktoria Berlin schießt durch eine Standardsituation in der 74. Minute das 2:0. Marlies Sänger köpft den Ball aus zwei Meter Entfernung zentral ins Tor der Gegnerinnen. Ein herber Rückschlag für Türkiyemspor Berlin. Ist das die Entscheidung?

GEGENTOR!
In der 80. Minute fällt durch Maria Pia Zander Zeidam plötzlich der Anschlusstreffer. Das Tor kommt für Türkiyemspor genau zur richtigen Zeit und holt die Mannschaft wieder zurück ins Spiel. Eine spannende und hitzige Schlussphase beginnt. Es ist noch nichts entschieden.

In den letzten Minuten gerät Viktoria ganz schön in Bedrängnis. Jetzt heißt es: Bloß keine Fehler machen und das Ergebnis irgendwie halten. Trainer Alejandro Prieto spielt auf Zeit und wechselt in den letzten zehn Minuten gleich dreimal aus:
Minute 82: BARSALONA für EHGÖTZ
90+2: REH für STATZ
90+2: WASIAK für GROSCH

Was für eine Erleichterung und Freude!

Viktoria Berlin kann das Spiel mit 2:1 für sich entscheiden.

Es war eine intensive Partie zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Am Ende konnten sich die etwas stärkeren und effizienteren Viktoria Berlin Frauen durchsetzen und das Spiel verdient für sich entscheiden.

Die Erleichterung stand nach der spannenden Schlussphase allen ins Gesicht geschrieben. Durch das gleichzeitige Unentschieden zwischen Union Berlin und FC Carl Zeiss Jena 2 hat Viktoria Berlin seine Tabellenführung behauptet und sogar ausgebaut. Das sind erstmal gute Voraussetzungen für die letzten drei Spiele der Hinrunde.

Nach dem Spiel haben wir mit Louise Trapp gesprochen.

Die Fans und Spieler:innen waren gleichermaßen glücklich über das Ergebnis. Trotzdem übten die Spieler:innen sofort auch Selbstkritik. Gefeiert wurde trotzdem.

Drei Spiele noch bis zum Ende der Hinrunde. Die 72 Tore bisher scheinen ein großes Polster im Kampf um den Aufstieg zu sein. Doch niemand täuscht sich bei Viktoria Berlin: Am Ende zählen vor allem die Punkte. Kommenden Samstag geht es schon gegen die Tabellenfünften vom Magdeburger FFC. Wir sind gespannt und drücken die Daumen!

Die Sponsoren des FC Viktoria 1889 Berlin Frauenteams: Ein fester Bestandteil des Teams.

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Veröffentlicht am 15.11.2022
Credits

Grafik und Animation: Jan Schwochow
Fotos: Michael Romacker, Kai Heuser
Text: Elisabeth Borchardt, Christian Krug

Quellen
  1. 01FC VIKTORIAhttps://www.fcviktoria.com
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