
Die Behörde und der Eigentümer streiten über die denkmalgeschützte Villa in Horn-Lehe.
Eine 120 Jahre alte Villa in Horn-Lehe steht für nur 100.000 Euro zum Verkauf. Mit sieben Zimmern, 260 Quadratmetern Wohnfläche, Veranden und Balkonen besitzt das Haus viel Charme – doch der schlechte Zustand und der Denkmalschutz machen es zu einem schwierigen Projekt.
Die 1904 erbaute Villa ist stark beschädigt und teilweise unfertig. Besonders problematisch: Das Gebäude ist an einer Stelle um 22 Prozent abgesackt.
1996 wurde das Haus in die Liste erhaltenswerter Gebäude aufgenommen. Seit 2006 steht die Villa leer, seit 2015 streiten Eigentümer und Denkmalbehörde über ihren Erhalt. Der Konflikt dauert bis heute an.
Die Behörde vermutet, der Eigentümer lasse das Haus bewusst verfallen, um einen Abriss zu ermöglichen. Er weist die Vorwürfe zurück und verweist auf eigene Sanierungsbemühungen.
Die Sanierungskosten werden auf 200.000 bis 700.000 Euro geschätzt. Der Eigentümer hält die Investition für wirtschaftlich nicht tragbar.
Das Gericht erklärt den Erhalt der Villa für zumutbar und verpflichtet den Eigentümer zur Sanierung. Dieser hatte das Haus trotz seines schlechten Zustands und des Denkmalschutzes gekauft.
Die Behörde fordert eine Dachreparatur und droht, diese auf Kosten des Eigentümers selbst durchführen zu lassen. Während eine Verkaufslösung ungewiss bleibt, verfällt das historische Gebäude weiter.