Drogenszene am Güterbahnhof

Kulturschaffende schlagen Alarm

Seit ein paar Monaten verschlechtert sich die Lage am Kulturort in der Bahnhofsvorstadt stark.

Foto: Finn Manarpaac

Mitarbeitende der Boulderhalle Linie 7 räumen morgens Müll und Spritzen weg, nachts fürchten sie Randale gegen ihre Tore. "Seit ein paar Monaten hat sich die Lage stark verschlechtert, seit dem Sommer eigentlich", sagt Franziskus Denk, Geschäftsführer der Boulderhalle Linie 7.

Und das obwohl es Anfang Juli ein Gespräch von verschiedenen Bremer Kulturvereinen mit Innensenatorin Eva Högl über die Missstände gab.

Auf der Hinterseite des Gebäudes würden öfter Menschen nächtigen. Es werde gegen die Tore gepinkelt. Am nächsten Tag fände Denks Team immer wieder Hinterlassenschaften wie Planen, Pappen, Müll und auch Spritzen. Letzteres ist besonders gefährlich, wenn Kindergeburtstage vor Ort gefeiert werden.

Größtes Problem bleibe aber die Unberechenbarkeit der Menschen, so Denk. Es werde randaliert. Die Stimmung werde aggressiver. Seine Mitarbeiter bekommen Angst.

Bereits vor drei Jahren ließ Denk das Gelände hinter der Boulderhalle einzäunen. Viele laufen aber über die Gleise und klettern einfach über die Zäune.

Gerade im Winter seien die Zustände unvorstellbar: "In den letzten Jahren hatten wir immer wieder Kältetote auf unseren Rampen", bedauert Kerstin Kimmerle, Geschäftsführerin des Vereins Güterbahnhof Bremen. Darin sehe sie ein Versagen des Sozialsystems.

"Vielen von ihnen fehlt es schlicht an sicheren Anlaufstellen, an ausreichend Schlafplätzen oder niederschwelligen Hilfsangeboten", betont sie und ergänzt: "Wir können das nicht auffangen."

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Veröffentlicht am 05.10.2026
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