Gute Standortpolitik beginnt hier: was die dynamischsten und wohlhabendsten Metropolen richtig machen – das Städteranking 2023
Die beste Standortpolitik beginnt im Lokalen. Wohlstand, Wachstum und Lebensqualität entspringen vor Ort. Das zeigt einmal mehr der große Städtetest von WiWo, ImmoScout24 und IW Consult – der umfassendste kommunale Leistungscheck Deutschlands.
Alle 71 kreisfreien Städte ab 100 000 Einwohner treten gegeneinander an – und zwar in mehr als 100 Disziplinen. Dazu kommen Sonderauswertungen, etwa das Nachhaltigkeitsranking, das die ökologische Zukunftsfähigkeit der Städte vergleicht. Dort liegt die berühmte Universitätsstadt Heidelberg vorne.
In Heidelberg können sie alles, selbst Wärmewende. Vor wenigen Monaten ist dort „die größte Luftwärmepumpe Deutschlands“ in Betrieb gegangen. Künftig soll noch eine Flusswärmepumpe am Neckar dazukommen. Dazu kommt das Vorzeigeprojekt der Bahnstadt, eine der größten Passivhaussiedlungen der Welt. CO2-Ersparnis je Bewohner: 94 Prozent. Das politische Credo des Bürgermeisters Eckart Würzner (parteilos):
Die kommunale Performance einer Stadt wird im Dynamikranking erfasst. Analysiert werden die Veränderungsraten der letzten fünf Jahre – etwa wie sich Bauaktivitäten oder Ärztedichte entwickelt haben. Hier belegt Mainz den ersten Platz.
Dank der Firma Biontech nahm Mainz allein 2021 und 2022 etwa 2,3 Milliarden Euro an Gewerbesteuern ein. Die Erträge weiß die Kommune zu nutzen. Die Produktivität hat um 77 Prozentpunkte zugenommen, genauso wie das BIP. Es hat Boom gemacht. IHK Rheinhessen-Geschäftsführerin Lisa Haus trifft die Stimmung, wenn sie sagt:
Im Städteranking macht sich auch der akademische Boostereffekt bemerkbar: Eine Disziplin erfasst die Zahl der Absolventen in den MINT-Studienfächern, also Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Hier erreicht Darmstadt bundesweit Platz 1.
160 000 Menschen leben in Darmstadt, davon sind rund 24 500 Studentinnen und Studenten. Im Umfeld der Uni wird an Robotern mit künstlicher Intelligenz gearbeitet, die Kernfusion erforscht und Eisenkraftwerke entwickelt, die einmal Kohlemeiler ersetzen könnten. Tanja Brühl, die Präsidentin der TU Darmstadt, sagt:
Kontinuierliche Arbeit und der Ehrgeiz, das Beste für seine Stadt zu schaffen, bringen Erfolg. Und dieser Erfolg zieht oft neuen nach sich. Weiter und weiter. Das muss der Spirit der Städte sein.
Wie Ihre Stadt in den 100 Disziplinen abgeschnitten hat – von Glasfaserversorgung, BIP pro Einwohner bis zur Akademikerquote – das erfahren Sie → im großen Städteranking der WiWo.
Text: Bert Losse, Max Haerder, Florian Kistler, Dennis Pesch
Fotos: Thomas Pirot, Jan Philip Welchering
Grafik und Animation: Jan Schwochow (Scrollytelling GmbH)
Produktion: Frederik Seeler, Christian Krug (Scrollytelling GmbH)