Mehr als 150 Israelis wurden von der Hamas verschleppt. Ihr Schicksal und das Leid ihrer Familien stehen im Zentrum all dessen, was nun kommt
Der Abdruck eines Schuhs im Sand. Und plötzlich wieder Hoffnung: Yarden muss hier gewesen sein. Konnte sie entkommen? Lebt sie noch? Das letzte Mal wurde sie am Samstag gesehen, als sie versuchte, vor ihren Entführern zu fliehen.
Seine kleine Schwester Yarden, sagt Gili Romann, 39, sei ein sanfter Mensch. Aber zäh sei sie auch. Zäh wie eine, die weiß, dass diese Familie nichts ungetan lässt, um sie zu retten. »Wenn sie noch lebt, weiß sie, dass wir nach ihr suchen.«
In Israel entfaltet sich in diesen Tagen eines der wohl größten Geiseldramen, die es je gab. Gerade wird der Weltöffentlichkeit das Ausmaß des Überfalls deutlich, der an Grausamkeit kaum zu überbieten ist.
Bis Dienstagabend wurden mehr als 1000 getötete Israelis gezählt sowie mindestens 150 Geiselnahmen. Nun hält die Hamas nicht nur die verschleppten Männer, Frauen und Kinder in Geiselhaft, sondern im Grunde das ganze Israel.
Israel ist ein verwundetes Land. In der ZEIT beschreiben vier Menschen, darunter der palästinensische Israeli Ahmad Mansour und die Rabbinerin Dalia Marx, wie sie mit der Trauer und der Angst umgehen.
Für die israelische Autorin Zeruya Shalev werden schlimmste Albträume der Kindheit wahr. Sie und weitere Autoren und Autorinnen schreiben in der ZEIT über Wut auf den israelischen Ministerpräsidenten, über Mut und Verrat und darüber, warum es Hoffnung gibt.
Und Deutschland? Hat für dieses und das kommende Jahr 250 Millionen Euro an Entwicklungshilfe für die Palästinenser zugesagt. Sollen wir die Hilfe stoppen? Das diskutieren Serap Güler (CDU) und Gregor Gysi (Die Linke).
Text: Lea Frehse, Paul Middelhoff; Mitarbeit: Jan Roß, Steffi Hentschke
Fotos: Maya Levin, Abed Rahim Khatib/NurPhoto, imago, Ofir Berman, Mohammed Talatene/pa/dpa, Isi Tenenbom, Tamir Kalifa/The New York Times/Redux/laif
Titelfoto: Hadas Parush/Haaretz
Grafik und Animation: Jan Schwochow
Produktion: Johannes Mitterer, Christian Krug