Wer sich jetzt schützen sollte und warum er keine Maske mehr tragen will: ein Interview mit dem Virologen
»Ich bin dreimal geimpft und habe mich zweimal infiziert. Und ich bin nicht in dem Alter, in dem ich schon an ein erhöhtes Risiko denken müsste. Zum Selbstschutz würde ich keine Maske mehr tragen. Falls noch mal eine Maskenpflicht käme, was ich nicht erwarte, wäre ich natürlich dabei.«
»Ich bin gesund, und für meine Altersgruppe besteht keine Stiko-Empfehlung zur Impfung, daher nein.«
»Versammlungs- und Ausgangsbeschränkungen, Abstandsregeln und Masken zum Beispiel waren sehr effektiv. […] Eine Homeoffice-Pflicht mit Schließung der Arbeitsstätten hat sehr viel gebracht. Das Schließen der Schulen hat nicht nur die Infektionszahlen, sondern eindeutig auch die Zahl der Erkrankten und Verstorbenen in der gesamten Gesellschaft gesenkt.«
»Vor allem bei der Stilllegung des Freizeitlebens. Ich denke da nicht nur an Spielplätze mit Flatterband, auch in der Gastronomie ist die Lage weniger überzeugend als für Schulen und Arbeitsstätten. Insgesamt gibt es hier allerdings viel weniger hochwertige Studien.«
»Ein Schnupfenvirus würde ich es nicht nennen. Wer in den nächsten Jahren daran erkrankt, wird weiterhin auch Halsschmerzen, Husten und manchmal Fieber bekommen. Aber wegen der robusten Immunität durch Impfung und Infektion ist Covid für die meisten Menschen jetzt wie eine Erkältung – oder manchmal wie eine Grippe.«
Wie der Virologe die neuen Varianten des Virus einschätzt, warum die Deutschen so große Impfskeptiker sind und wie eine Wunderwaffe mit vier Buchstaben, die mRNA, nicht nur dabei half, die Pandemie zu beenden, sondern nun auch die Medizin grundlegend verändern könnte, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der ZEIT.
Interview: Florian Schumann, Andreas Sentker
Fotos: Christian Marquardt/action press ; Alessandro Grassani/Agentur Focus; Christian Marquardt/ddp; Getty Images
Titelfoto: Julia Steinigeweg/Agentur Focus
Grafik und Animation: Jan Schwochow
Produktion: Nele Justus, Christian Krug