Der Herzinfarkt wird abgeschafft

Mit bahnbrechenden Methoden wollen Forscher tödliche Herzleiden und Schlaganfälle aus der Welt schaffen. Die Medizin steht vor einer Zeitenwende

Der Herztod ist in Deutschland all­gegen­wärtig.

Bei mindestens 60.000 Men­schen im Jahr hört das Herz plötz­lich auf zu pumpen. Jeder dritte Todes­fall hier­zulande geht auf das Konto einer Herz- oder Kreislauf­erkrankung: Herz­infarkte, Schlag­anfälle, chronische Herz­schwäche oder eben Herz­still­stand. Welt­weit sind diese Leiden seit Jahren die Todes­ursache Nummer eins.

Das soll sich jetzt ändern: Wissen­schaftler haben für viele unerklärliche Erkran­kungen des Pump­muskels und seines Gefäß­systems Ur­sachen in der erb­lichen Archi­tektur auf­ge­spürt und sie oftmals bei den Genen und deren Boten­mole­külen gefunden, den RNAs. Mit diesen drei Methoden wollen sie den Herztod besiegen:

Eine Arterienverkalkung durch zu hohe Blut­fette ist der Auslöser für Herz­infarkte und Schlag­anfälle. Besonders bei erblich belasteten Patienten können zu hohe Fett­werte im Blut durch neue RNA-Wirk­stoffe drastisch gesenkt werden. Auch Thera­pien auf Basis präziser Genscheren könnten zum Einsatz kommen.

Chronische Herzschwäche – unter dem Begriff wird eine Gruppe verschiedener Herz­muskel­krankheiten gefasst. Sie sind bislang schlecht behandel­bar. Doch nun machen neu­artige RNA-Therapien Fort­schritte, die Fehl­steuerungen im Herz­muskel be­handeln sollen. Auch gene­tische Defekte, die Herz­muskel­er­krankungen auslösen, könnten künftig geheilt werden.

Schwere Herz­rhythmus­störungen haben oft gene­tische Ursachen. Sie können plötzlich auf­treten und zum Herz­still­stand führen. Bis heute können Ärzte die Betroffenen nur mit einem implan­tierten Defi­brillator schützen. In Zukunft soll eine Gen­therapie dem Herzen helfen.

Das menschliche Herz ist ein wahres Wunder­werk, ein Hoch­leistungs­organ. In einem 80-jährigen Leben treibt es mit ungefähr drei Milliarden Schlägen mehr als 200 Millionen Liter Blut durch den Körper. Des­we­gen sind Kon­struktions­fehler fatal, jeder Ver­sor­gungs­ausfall führt in die Katastrophe.

Welche Wirkstoffe in Zukunft Herz­infarkte vorbeugen können und wie Wissen­schaftler es schaffen wollen, dass ein vom Infarkt getroffenes Herz sich von selber heilt, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der ZEIT.

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Veröffentlicht am 05.07.2023
Credits

Text: Ulrich Bahnsen
Titelbild: DIE ZEIT (via Midjourney) 
3D-Grafiken: Getty Images (DNA & RNA)
Illustration: Anne Gerdes für DIE ZEIT
Grafik und Animation: Jan Schwochow
Produktion: Nele Justus, Christian Krug

Quellen
  1. 01DIE ZEIThttps://www.zeit.de/2023/29/herztod-forschung-rna-wirkstoffe-erbkrankheiten-gentherapie?wt_cc3=01w0011k0904inhemanew2307f%7bmid%7d&utm_medium=email&utm_source=zbrief&utm_campaign=scrolly_zb_header&utm_content=01w0011k0904inhemanew2307f%7bmid%7d&wt_zmc=emanew.Int.zabo.zbrief.scrolly_zb_header.x
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