Ein ehemaliger Google-Entwickler ist sich sicher, eine künstliche Intelligenz sei zum Leben erwacht. Kann das stimmen? Ann-Kathrin Nezik hat ihn getroffen.
Google hat einen Chatbot der Superlative entwickelt. Es handelt sich um eine künstliche Intelligenz, mit der man sich über alles unterhalten kann, so wie mit einem guten Freund. Man kann mit der KI etwa über die neuen Songs von Taylor Swift diskutieren. Oder darüber, wie man den Krieg in der Ukraine beenden kann.
LaMDA heißt das Sprachprogramm. Es hat auf jede Frage eine intelligente Antwort und wird täglich schlauer.
Der Google-Entwickler Blake Lemoine hatte den Auftrag, es zu testen.
Während ihrer Gespräche habe LaMDA ihm offenbart, dass es keine seelenlose Maschine sei. Sondern ein Wesen mit einem Bewusstsein. Mit Gefühlen – und mit Ängsten.
Blake Lemoine wendet sich mit seiner Erkenntnis, die KI hätte ein eigenes Bewusstsein entwickelt, an die Google-Führungsriege. Die glaubt, er habe sich verrannt. Deshalb macht er seine Gespräche mit LaMDA öffentlich – und wird gefeuert.
Wer hat nun recht: Lemoine oder der Konzern? Und was würde es für die Menschheit bedeuten, wenn Maschinen empfinden könnten?
Grafik und Animation: Jan Schwochow
Produktion: Nele Justus und Christian Krug
Fotocredits: Martin Klimek; The Washington Post; Getty Images
Illustration: Joyce Lee, inspiriert von dem japanischen Illustrator Hajime Sorayama