Wer heute in den Ruhestand geht, ist fit und jugendlich wie nie – und lebt immer länger. Das setzt das Rentensystem unter Druck. Und lässt die Frage zu: Was tun mit all den Jahren?
Heute ist die Rente für viele Menschen so etwas wie die Krönung ihres Arbeitslebens. Endlich Zeit für die schönen Dinge.
Oder doch lieber etwas länger arbeiten? Es gibt wenige Maßnahmen, mit denen man sich als Politiker unbeliebter machen kann als mit Einschnitten bei der Rente. Das Problem ist: Sie ist heute nicht mehr auf der Höhe der Zeit.
Die Grundlage der heutigen Rentenversicherung, die Bismarck-Rente, gab es ab dem 70. Geburtstag. Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug damals weniger als 50 Jahre.
Heute gibt es immer mehr Senioren. Und immer weniger Beitragszahler pro Altersrentner. Weil das Renteneintrittsalter gesunken und die Lebenserwartung gestiegen ist.
Und Senioren bekommen immer länger Rente. Im Moment sind es im Schnitt mehr als 20 Jahre.
Aus der Rentenzeit ist ein ganzer Lebensabschnitt geworden.
Das Ende dieser Entwicklung ist noch lange nicht erreicht. Im Jahr 2035 werden es amtlichen Schätzungen zufolge rund 20 Millionen Rentner sein. Das wäre dann ungefähr jeder vierte Deutsche.
Millionen Alte mit großen Träumen für ihre Rente. Droht ihnen ein großer Albtraum?
Text: Mark Schieritz und Jens Jessen
Foto: Fabio Lovino/HBO (Filmszene aus der Serie »White Lotus«, Jennifer Coolidge (61) und Jon Gries (65) in Sizilien)
Illustration: Illustration: Maren Amini für DIE ZEIT
Infografiken: ZEIT-Grafik
Grafik und Animation: Jan Schwochow
Produktion: Johannes Mitterer, Frederik Seeler, Christian Krug