Es gibt ein Wundermittel gegen zahllose Krankheiten, das auch noch glücklich macht und produktiv. Warum gelingt es so vielen Menschen nicht mehr, richtig zu schlafen? Und was könnte ihnen helfen?
In den vergangenen 20 Jahren wurde nach und nach deutlich, was für eine enorme Kraft im Schlaf steckt. Er ist die beste Medizin. Ein angeborenes und kostenloses Wundermittel.
Neueste Forschungen an Budapester Tauben stützen diese Erkenntnis. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Sehr viele Menschen nutzen dieses Potenzial nicht. Oder können es nicht nutzen.
Experten empfehlen mindestens sieben Stunden Schlaf. Vergeblich. So schläft etwa die Hälfte der Deutschen höchstens sechs Stunden, wie 2017 eine repräsentative Schlafstudie der Techniker Krankenkasse ergab.
Wer besonders tatkräftig wirken will, betont von jeher, wenig zu schlafen. Die britische Premierministerin Margaret Thatcher kam angeblich mit vier Stunden pro Nacht aus, von ihr ist das Zitat überliefert: »Schlafen ist was für Weicheier.«
Randy Gardner hält den Rekord für die längste je dokumentierte Zeitspanne ohne Schlaf: elf Tage dauerte sein Experiment. Es zeigte: Das erste Opfer des Schlafmangels ist die Konzentration. Es führte zur wichtigsten Erkenntnis der Schlafforschung: Bei Schlafmangel nehmen die kognitiven Fähigkeiten ab.
Schlafmangel fabriziert gesellschaftliche Kosten, gereizte Stimmung und kollektive Erschöpfung. Wie aber überwindet man die allgemeine Schlaflosigkeit?
Text: Rudi Novotny
Fotos: David Avazzadeh/Connected Archives (Schlafende); Gianina Ungurean (Taube); Lionel Cironneau/AP/dpa (Thatcher); Don Cravens/Getty Images (Schlafexperiment: )
Titel-Illustration: José Navarro für DIE ZEIT
Infografik: ZEIT-GRAFIK/Quelle: Prof. Dr. Matthew Walker
Grafik und Animation: Jan Schwochow
Produktion: Nele Justus, Christian Krug, Frederik Seeler