Es war einmal das Land des Wirtschaftswunders. Heute läuft vieles nicht mehr, Firmen flüchten, und die Bürokratie wuchert. Was können wir tun?
Auf der ganzen Welt lässt die Wirtschaft die jüngsten Krisen hinter sich – bloß nicht in Deutschland. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt taumelt zwischen Stillstand und Rezession. Der Wohlstand schmilzt dahin.
Das zeigt die neue Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds: Die Wirtschaftsleistung in allen großen Ländern wird in diesem Jahr zulegen – außer in Deutschland. Dort schrumpft die Wirtschaft um 0,3 Prozent. Letzter Platz.
Die Unternehmen im Land schätzen ihre aktuelle Lage so miserabel ein wie zuletzt im Februar des Jahres 2021. Damals hatte ein monatelanger Lockdown weite Teile der Wirtschaft stillgelegt.
Viele verschiedene Probleme ziehen Deutschlands wirtschaftliche Dynamik zu Boden: die Bürokratie, Energiekosten, Steuern und der Fachkräftemangel. Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht nicht schnell genug voran.
Untergangsstimmung hat sich übers Land gelegt. »Wir sind auf einer gefährlichen Rutschbahn nach unten«, sagt die Cheflobbyistin der deutschen Automobilindustrie, Hildegard Müller.
Dass es anders geht, zeigen die USA. Präsident Joe Biden investiert massiv in neue Infrastruktur, pumpt Geld in erneuerbare Energien und die einheimische Industrie. Die USA ziehen in fast allen wichtigen Branchen an den Europäern vorbei.
Doch um Deutschland in eine vielversprechende Zukunft zu führen, könnte es mehr brauchen als ein Konjunkturprogramm.
Text: Heike Buchter, Max Hägler, Kolja Rudzio und Marc Widmann
Fotos: Volkswagen AG (Titelfoto); laif; Getty Images
Illustration: Anne Gerdes für DIE ZEIT
Infografik: DIE ZEIT Grafik
Grafik und Animation: Jan Schwochow
Produktion: Frederik Seeler, Christian Krug