Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. Endlich bekommen sie von der Medizin mehr Aufmerksamkeit. Aber kann man ihnen auch besser helfen?
Die Migräne. Der Schmerz im Rücken, der einfach nicht verschwinden will. Die Neuropathie, bei der die Nerven geschädigt sind. Die Fibromyalgie, der »Faser-Muskel-Schmerz«. Die Endometriose, die Frauen im gebärfähigen Alter trifft.
Niemand weiß genau, wie viele Menschen in Deutschland chronische Schmerzen haben. Klar ist: Es sind viele, manche Experten sprechen von 23 Millionen. Bei fast vier Millionen haben Ärztinnen und Ärzte eine besonders schwere Schmerzerkrankung diagnostiziert. Die Deutsche Schmerzliga spricht von einer »stillen Epidemie«.
Wird der Schmerz immer stärker, oder werden wir immer schwächer? Spricht man mit Experten über das Schmerzproblem unserer Gesellschaft, dann ist da sehr viel Einerseits und Andererseits. Einerseits gab es in Deutschland noch nie so viele betagte Menschen, und das Altwerden tut nun mal weh. Dazu kommt der ungesunde Lebenswandel, der auch bei Jüngeren oft zu Muskelschwäche und Verspannung führt.
Andererseits: »Man muss realisieren, dass ein bisschen Schmerz zum Leben dazugehört«, sagt der Schmerzmediziner Michael Überall. »Das Ziel kann nicht sein, dauerhaft schmerzfrei zu leben.«
Auch ZEIT-Autorin Nora Voit träumt davon, ihren Schmerz endlich loszuwerden. Sie ist Anfang dreißig, wird von Migräne geplagt – und hofft auf Erenumab. Dieser Wirkstoff wird mithilfe von Gentechnik in Zellen hergestellt, die aus den Eierstöcken chinesischer Hamster stammen.
Kann der Wirkstoff ihre Migräne-Attacken lindern? Und welche Behandlungsmethoden gibt es neben Medikamenten noch für chronische Schmerzen?
Text: Nora Voit
Illustrationen: Jules Julien für DIE ZEIT
Titelillustration: Till Lauer
Grafik und Animation: Jan Schwochow
Produktion: Johannes Mitterer, Christian Krug